PNI

Was ist Therapie nach dem Konzept der Psychoneuroimmunologie – kurz PNI?

 

Der Begriff  „Psycho-Neuro-Immunologie“ weist schon auf den Zusammenhang einiger bis dahin getrennten medizinischen Disziplinen hin, die jede für sich – im Laufe der Zeit – zu einer Spezialisierung entwickelt hatten: Psychologie, Neurologie und Immunologie. Die Therape nach dem Konzept der Psycho-Neuro-Immunologie integriert das Wissen aus diesen Fachbereichen und fasst es zu einem komplementären Beratungs- bzw. Behandlungskonzept zusammen.

 

Der amerikanische Psychologe Robert Ader (Rochester, Ontario) stellte in den siebziger Jahren bei seinen Therapien fest, dass es eine Wechselwirkung zwischen den Komponenten Psyche, Nervensystem und Immunsystem gibt. Eine Teilung oder Abgrenzung der einzelnen Themenbereiche erschien ihm nur schwer möglich. So beschäftigt sich die Wissenschaft der Psycho-Neuro-Immunologie nach wie vor mit den Zusammenhängen dieser Fachbereiche und deren Auswirkungen auf physiologische bzw. pathophysiologische Vorgänge.

 

Hierauf baut die Psycho-Neuro-Immunologie-Therapie auf. Da innerhalb des Organismus eine stetige Wechselwirkung zwischen  allen Organen und Organsystemen einerseits und dem Menschen und der Umgebung in der er lebt andererseits besteht, kommunizieren alle Organe und Organsysteme ständig miteinander.  Zudem stehen sie unter dem Einfluss der positiven und negativen Stressoren des jeweiligen Milieus. Als Konsequenz daraus stehen sämtliche Systeme (das psychische, das neurovegetative, das endokrinologische, das soziale und das Immunsystem) fortwährend miteinander  in Verbindung. So ergibt sich z.B. die Schlussfolgerung, das psychische Probleme nicht körperliche Störungen verursachen, sondern körperliche Störungen sind. Und umgekehrt: Körperliche Abweichungen der Gleichgewichtssituation, die wir Gesundheit nennen, sind psychische und soziale Störungen. Das „Bewusstsein“ des Menschen ist so nicht mehr eine immaterielle Größe, sondern die Gesamtheit und das Ergebnis der Botschaften, die im Körper gesendet werden.

Pathologische Zustände haben somit zunächst drei Ursachen:

 

  • eine biologische Ursache
  • eine psychologische Komponente (z.B.  Stress oder Probleme mit der eigenen Persönlichkeitsstruktur)
  • eine soziale Komponente (z.B.  die Familiensituation oder Probleme auf der Arbeitsstelle)

 

Krankheit aus der Sicht der Psycho-Neuro-Immunologie-Therapie ist eine Gleichgewichtsstörung des bio-psycho-sozialen Kontextes eines Menschen.

 

Der Mensch in sich ist ein Netzwerk und zugleich Teil eines großen Netzwerkes. Sein internes und externes Milieu stehen dauernd miteinander in Verbindung. Eine gesunde bzw. biologische Ernährung des Menschen ist innerhalb des Modells der PNI-Therapie deshalb so wichtig, weil sie ein weiteres Verbindungsglied zwischen dem internen und externen Milieu darstellt. Die Folgen machen sich dann in veränderten oder gestörten biologischen bzw. zellulären Wirkmechanismen bemerkbar. Ein veränderter bzw. gestörter Wirkmechanismus kann z.B. die Entstehung einer chronischen Entzündungsreaktion oder ein schlecht regulierter Energiestoffwechsel sein.

 

Deshalb ist die Psycho-Neuro-Immunologie-Therapie eine komplementäre Form der Beeinflussung unterschiedlicher Wirkmechanismen des menschlichen Organismus sowie seiner unmittelbaren Umwelt. Das Ziel besteht unter anderem darin, die gestörten bzw. veränderten Wirkmechanismen des menschlichen Körpers positiv zu beeinflussen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Regeneration bzw. Gesundung des Klienten zu leisten.